Beistellpflanzen

von Wolfgang Putz

Maianthemum bifolium

Maianthemum bifolium, die Zweiblättrige Schattenblume, gehört zu den Convallariaceae (Maiglöckchengewächse) undwächst in lichten Laub- und Nadelwäldern sowie in Parks an schattigen, humusreichen und nicht zu trockenen Standorten und ist voll frosthart. Die Heimat liegt in den gemäßigten Gebieten Eurasiens (Europa bis Japan). In Mitteleuropa findet man sie vor allem in den Gebirgen und Mittelgebirgen. Es handelt sich um eine mehrjährige krautige Pflanze mit einem unterirdischen Rhizom, einer fleischig verdickten Wurzel, die als Überdauerungsorgan dient. Aus diesem wachsen unverzweigte, aufrechte Sprosse. Blühende Sprosse erreichen Wuchshöhen zwischen 10 cm und 20 cm, nichtblühende bleiben etwas kleiner. Wegen des unterirdischen Rhizom-Wurzelgeflechtes wachsen die Pflanzen meist als relativ dichter Rasen. An jedem blühenden Stängel sitzen ein bis drei, meist jedoch zwei, an nichtblühenden Stängeln nur ein, manchmal zwei kurz gestielte, parallelnervige Blätter. Die tiefgrünen Laubblätter sind am Grunde tief herzförmig und vorne lang bespitzt. Die wohlriechenden weißen Blüten sitzen in endständigen Trauben, wobei meist mehrere Blüten an einem Knoten sitzen. Die Blüten besitzen vier ausgebreitete, längliche Perigonblätter und vier Staubblätter. Sie haben einen Durchmesser von etwa 5 mm. Die Blütezeit ist in Mitteleuropa von Mai bis Juli. Die Früchte sind rote, leicht giftige Beeren, die ein bis zwei Samen enthalten.



Die Zweiblättrige Schattenblume wird wegen ihres Maiglöckchen-ähnlichen Aussehens, wegen der hübschen herzförmigen Blätter und ihres kriechenden Wurzelstocks manchmal als Bodendecker an schattigen, feuchten Stellen z.B. als Unterpflanzung von Gehölzrändern verwendet. Aber auch in Staudenbeeten, im Bauerngarten oder schattigen Steingarten wird sie gepflanzt. Außerdem wurde die Zweiblättrige Schattenblume früher in der Naturheilkunde als Harn treibendes Mittel verwendet. Sie enthält Steroidsaponine. Maianthemum bevorzugt einen halbschattigen Standort, wo es direkter Sonneneinstrahlung nur in den Abendstunden oder frühen Morgenstunden ausgesetzt ist. Die Kultur in Töpfen oder Beistellschalen funktioniert recht gut. Als Substrat wird eine Mischung aus Weißtorf mit etwas Akadama und grobkörnigem Sand empfohlen. Aber auch für Ne-arai-Pflanzungen wird das Schattenblümchen gerne verwendet. Als „Ne-arai“ wird eine Beipflanze ohne Schälchen, also nur auf einem kleinen Mooshügel, der auf eine Keramikplatte gestellt wird, bezeichnet. Erde darf dabei nicht sichtbar sein, sondern muss zur Gänze mit Moos abgedeckt sein. Solche Beipflanzen werden zumeist anfangs in ein Schälchen gepflanzt, bis sich ein fester Wurzelballen gebildet hat, dann aus der Schale herausgenommen und mit Moos versehen. Das Substrat muss regelmäßig feucht gehalten werden, obwohl Staunässe unbedingt zu verhindern ist. Gedüngt wird in der Vegetationszeit alle 12 bis 15 Tage mit organischem Flüssigdünger. In den heißen Sommermonaten ist bei zu trockener Kulturführung bzw. zu sonnigem Standort ein Befall mit Milben oder Rostpilzen zu befürchten. Das Schattenblümchen ist eine wunderbare Beistellpflanze für halbschattige bis schattige Plätzchen im Bonsaigarten.


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