3. Ginkgo Award 2001
(29.09.2001)

Text und Fotos: Bonsai magazine, René Rooswinkel & Farrand Bloch, NL

Überarbeitung und Ergänzung: M. Kros

Nach zwei Jahren Vorbereitungszeit fand im September der dritte Ginkgo Bonsai Award statt. Ingrid Vanlommel und Danny Use hatten diesmal drei große Festzelte aufgestellt, um der Hauptausstellung, einem Foto-Studio sowie einem Demonstrationsraum Platz zu schaffen.

Im Baumschulbereich, mit den Zelten durch einen japanischen Garten verbunden, waren 25 Tokonomas für weitere Präsentationen aufgebaut.

Am Freitag Abend erfolgte die Bewertung durch Ernie Kuo aus den USA, nachdem Teilnehmer aus ganz Europa Ihre Exponate platziert hatten. Seine Vorliebe für Yamadori und einheimische Bonsai führte zu einer Bevorzugung europäischer Bäume.

Die Show auf einer Fläche von ca. 1600 m² wurde am Samstag für die in einer langen Schlange wartenden Besucher geöffnet. Trotz ungünstiger Witterung waren sie z.T. von weit her in Bussen angereist, um die besten Bonsai zu sehen, die Europa zu bieten hat.
Die Qualität der Bäume schien in diesem Jahr noch besser als in den vergangenen zu sein.

Auch die Quantität war beeindruckend, vier beidseitig genutzte Tischreihen waren nötig, um allen Bäumen Platz zu bieten. Insbesondere Yamadori aus Europa gewannen an Bedeutung.

Das Publikum nutzte die Gelegenheit, 3 bekannte europäische Demonstratoren zu sehen, die allesamt an Yamadori-Kiefern arbeiteten, unter ihnen Marco Invernizzi aus Italien, der italienische Newcomer aus der Schule Kimuras. (Ihm ist in der Novemberausgabe unsere Galerie gewidmet.)

Kevin Willson aus Großbritannien zeigte uns seine Fähigkeiten insbesondere in Bezug auf Totholztechniken.

Walter Pall, ihn müssen wir hier wohl nicht vorstellen, gestaltete ebenfalls eine Kiefer.

Einen gelungenen Vortrag über die Töpferkunst hielt Peter Krebs - wer sonst. In unserer Galerie zeigen wir Ihnen übrigens einige seiner Werke.

Am Samstag Abend erreichte die Spannung ihren Höhepunkt, die Gewinner wurden bekanntgegeben. Ernie Kuo traf eine ungewöhnliche Entscheidung, er vergab zweimal den ersten Preis für zwei herausragende Bäume, für einen Wacholder (Juniperus sabina) von Luis Vallejo, Spanien, und für eine Fichte (Picea abies) von Lorenzo Malberti, Italien.

Der "Runner up"-Preis ging an Lorenzo Agnoletti, Italien, für seinen Wacholder (Juniperus communis). Weitere Finalisten waren u.a. Ulli Ernst und Manfred Roth aus Deutschland sowie Serge Clemence aus der Schweiz. Herzlichen Glückwunsch!

Kuos bemerkenswerte Entscheidung war durchaus nachzuvollziehen. Vallejos Wacholder beeindruckte durch enorm großes Potenzial, Malbertis Fichte bestach durch besonders natürliche Schönheit. Das Ergebnis deutet darauf hin, dass einheimische Yamadori mehr denn je die Zukunft des Bonsai darstellen.

Wir hoffen sehr, in zwei oder drei Jahren zum nächsten Ginkgo Award geladen zu werden, und freuen uns schon jetzt darauf!

(Über den diesjährigen Bildband werden wir Sie informieren, sobald er verfügbar ist.)

Das Bild zeigt Danny Use und Marc Noelanders beim Rundgang.

Eine gewöhnungsbedürftige Präsentation der mittlerweile bekannten Kiefer von Pius Notter. Schade, dass offenbar eine Kulisse erforderlich ist, um die gewünschte Assoziation hervor zu rufen.