Magazin

Pflanzenpflege
von Martin Sturm

Kiefernsterben

Immer wieder sind viele Bonsaifreunde von dem gezeigten Bild an Kiefern erschreckt und denken, dass der betreffende Baum ein Problem hat oder schon halb tot ist. Gerade bei Mädchenkiefern ist das gezeigte Symptom besonders deutlich und eindrucksvoll feststellbar. Im Fachhandel, wenn Besucher und Kunden solche Veränderungen an Verkaufsbäumen im Herbst sehen, wirkt dies abschreckend und dem Kauf nicht förderlich. Gerade diejenigen, die dann nicht nachfragen, gehen u. U. mit dem Gefühl nach Hause, die angebotenen Kiefern seien krank oder gar dem Tod geweiht. Handelt es sich hier nun um die Anzeichen einer Krankheit? Einen Mangel? Ein Anzeichen für das nahende Ende der betreffende Kiefer?

Nein, natürlich nicht, dieses gezeigte Zeichen ist der Ausdruck eines ganz physiologischen und natürlichen Vorganges, der gerade in dieser Zeit zwischen Herbst und Winter an Kiefern abläuft. Hier werden nämlich die alten Nadeln, insbesondere Nadeln des Austriebes von vor zwei Jahren und ein Teil des letztjährigen Austriebes, abgeworfen, um so Platz und Raum zu geben für einen Austrieb von innen her und damit einer weiteren Verzweigung. Den Prozess dieses Wachstums kann man durch Entfernen der Nadeln durch Zupfen oder Schneiden vor diesem Abwurf unterstützen.
Also bei diesem Symptom gilt vollständige Entwarnung und es wäre eher bedenklich, wenn dieser Vorgang in jener Jahreszeit in dieser Form nicht stattfinden würde.
In der BONSAI ART Ausgabe 86 ab Seite 32 finden Sie einen ausführlichen Artikel des Meisters Masahiko Kimura, der sich mit dem Herbst der Mädchenkiefer befasst. Hier erklärt er noch einmal genau, wie und wann die alten und braunen Nadeln entfernt werden, und gibt wertvolle Tipps, wie Mädchenkiefern für den Austrieb im kommenden Jahr bearbeitet werden sollten.

Martin Sturm, www.bonsai-sturm.de