Pflege von Bonsai-Werkzeug
Die Pflege von Scheren und Zangen wird häufig vernächlässigt.
Schaue ich in die Werkzeugkisten vieler Hobbyisten und Gestalter, stelle
ich fest, dass selbst hochwertige Scheren nach dem Gebrauch einfach wieder
zurück gelegt werden. Hat man sich für Edelstahlwerkzeuge entschieden,
so muss man sich auch erstmal keine Sorge um Korrosion machen. Doch auch
hier gilt: Sauberes Arbeitsgerät funktioniert besser. Gerade verharzte,
bei Kiefern zum Einsatz gekommene Scheren lassen spürbar an Schärfe
nach. Das Nachschärfen von Scheren ist ja eine Wissenschaft für
sich, deshalb empfehle ich, die Schneiden durch einfache Pflege lange
scharf zu halten. Besonders Werkzeuge aus Kohlenstoffstahl (die schwarzen,
rostenden) reagieren empfindlicher auf Vernachlässigung und handeln
sich so einen schlechteren Ruf ein, als die teuren Edelstahlvarianten.
In einigen Bonsaifachgeschäften, im Waffenhandel und in gut sortierten
Geschäften für Klingen und Besteck erhalten Sie Ballistol®.
Dieses Mittel ist eigentlich, wie der Name erahnen lässt, für
die Pflege von Schusswaffen gedacht, eignet sich aber auch hervorragend
für Schneidwerkzeuge. Aufgesprüht löst es Verschmutzungen
und schützt gleichzeitig vor Rost. Da das Mittel gegenüber Ölen
recht dünnflüssig ist, kriecht es auch in die für Lappen
nicht erreichbaren Stellen einer Schere oder Zange. Ich habe sogar schon
davon gehört, dass Jäger das Fell, die Ohren und auch Wunden
ihrer Hunde damit behandeln. Gerade im bevorstehenden Winter könnte
man sich ausgiebig mit dem Werkzeug beschäftigen und dieses auf
Vorderman bringen.
Und noch eins: Hat man gerade kein Ballistol® oder Öl zu Hand,
empfehle ich die Ekelmethode des bekannten Survival-Papstes Rüdiger
Nehberg: Einfach mit Daumen und Zeigefinger die Nase reiben oder – noch
besser – gleich mit dem Finger ins Ohr. Das so gewonnene Fett eignet
sich prima für eine Kurzzeitpflege.
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