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Winterschutz
Expertentipp von Frank Busch - BonsaiPark Remscheid

Überwinterung von Bonsai

Um fast kein anderes Thema in der Pflege von Bonsai ranken sich so viele Mythen und verquere Vorstellungen, wie um den rechten Schutz der Bäume im Winter. In diesem Beitrag geht es mir um eine kurze Gegenüberstellung von zuträglichen und schlechten Vorkehrungen und Vorgehensweisen in der kalten Jahreszeit. Hier beschränke ich mich auf einheimische Bäume und alle Bäume, die mit unseren klimatischen Bedingungen gut zurecht kommen (Juniperus, Pinus, Rhododendron indicum, Acer, Fagus usw.). Mein Hauptaugenmerk wird darauf liegen, nicht bedachte Aspekte von Überwinterungsmaßnahmen darzustellen, die sich aus meiner langjährigen praktischen Erfahrung ergeben.


++ Schutz vor kaltem Wind:
Wichtig ist, die Pflanzen vor kaltem Wind zu schützen, denn sonst trocknen kleine Zweige leicht aus und werden teilweise oder vollständig geschädigt. Dies kann z.B. durch durchlässigen Zellstoff erfolgen, weil so noch Licht und Luft an die Bäume kommt. Auch kann man die Pflanzen durch schützende Wände oder Hecken vor diesem schädigenden Einfluss bewahren.

++ Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung:
Genauso sollten die Bäume in sehr kalten Zeiten vor punktueller, direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden, da sonst, gerade bei Laubbäumen, sehr dünne Zweige auftauen und die großen versorgenden Bereiche des Baumes noch gefroren bleiben. Die aufgetauten Zweige können so absterben.

-- Eingraben in den Boden:
Dies wird zwar oft empfohlen, birgt jedoch einige Gefahren und unerwünschte Nebenwirkungen, wobei der eigentliche Zweck, nämlich der Schutz vor dem Durchfrieren der Schalen, durch diese Methode nicht erreicht wird, da es bei starker Kälte nur kurze Zeit länger dauert, bevor auch das kleine Stück Erde gefroren ist, welches die Schale vermeintlich schützen soll. Außerdem können alle winterharten Outdoor-Bonsai ein Durchfrieren auch über längere Perioden gut ertragen. Beim Eingraben in den Boden kommt es zum Einwandern von Asseln und Würmern, die das Substrat durchwandern und die Konsistenz negativ verändern können. Zusätzlich hat man während dieser Zeit auch keine Kontrolle über den Wasserhaushalt und kann eventuelle Trockenheit oder Staunässe nicht verhindern.

-- Einschlagen in Rindenmulch, Torf oder Stroh:
Auch diese Methode zur Überwinterung wird immer wieder empfohlen, obwohl hierbei verstärkt der Nährboden für Pilze und Mikroorganismen geliefert wird, die den Baum schädigen können.

Zusammenfassend empfehle ich den Schutz an sehr kalten Tagen vor Wind und direkter Sonnenstrahlung. Dies reicht vollständig aus, um die Bäume gut über den Winter zu bringen.

Frank Busch, BonsaiPark Remscheid, www.bonsaipark.de