Überwinterung
von Bonsai
Um fast kein anderes Thema in der Pflege von Bonsai ranken sich so viele
Mythen und verquere Vorstellungen, wie um den rechten Schutz der Bäume
im Winter. In diesem Beitrag geht es mir um eine kurze Gegenüberstellung
von zuträglichen und schlechten Vorkehrungen und Vorgehensweisen
in der kalten Jahreszeit. Hier beschränke ich mich auf einheimische
Bäume und alle Bäume, die mit unseren klimatischen Bedingungen
gut zurecht kommen (Juniperus, Pinus, Rhododendron indicum, Acer, Fagus
usw.). Mein Hauptaugenmerk wird darauf liegen, nicht bedachte Aspekte
von Überwinterungsmaßnahmen darzustellen, die sich aus meiner
langjährigen praktischen Erfahrung ergeben.
++ Schutz vor kaltem Wind:
Wichtig ist, die Pflanzen vor kaltem Wind zu schützen, denn sonst
trocknen kleine Zweige leicht aus und werden teilweise oder vollständig
geschädigt. Dies kann z.B. durch durchlässigen Zellstoff erfolgen,
weil so noch Licht und Luft an die Bäume kommt. Auch kann man die
Pflanzen durch schützende Wände oder Hecken vor diesem schädigenden
Einfluss bewahren.
++ Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung:
Genauso sollten die Bäume in sehr kalten Zeiten vor punktueller,
direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden, da sonst, gerade bei
Laubbäumen, sehr dünne Zweige auftauen und die großen
versorgenden Bereiche des Baumes noch gefroren bleiben. Die aufgetauten
Zweige können so absterben.
-- Eingraben in den Boden:
Dies wird zwar oft empfohlen, birgt jedoch einige Gefahren und unerwünschte
Nebenwirkungen, wobei der eigentliche Zweck, nämlich der Schutz
vor dem Durchfrieren der Schalen, durch diese Methode nicht erreicht
wird, da es bei starker Kälte nur kurze Zeit länger dauert,
bevor auch das kleine Stück Erde gefroren ist, welches die Schale
vermeintlich schützen soll. Außerdem können alle winterharten
Outdoor-Bonsai ein Durchfrieren auch über längere Perioden
gut ertragen. Beim Eingraben in den Boden kommt es zum Einwandern von
Asseln und Würmern, die das Substrat durchwandern und die Konsistenz
negativ verändern können. Zusätzlich hat man während
dieser Zeit auch keine Kontrolle über den Wasserhaushalt und kann
eventuelle Trockenheit oder Staunässe nicht verhindern.
-- Einschlagen in Rindenmulch, Torf oder Stroh:
Auch diese Methode zur Überwinterung wird immer wieder empfohlen,
obwohl hierbei verstärkt der Nährboden für Pilze und Mikroorganismen
geliefert wird, die den Baum schädigen können.
Zusammenfassend empfehle ich den Schutz an sehr kalten Tagen vor Wind
und direkter Sonnenstrahlung. Dies reicht vollständig aus, um die
Bäume gut über den Winter zu bringen.
Frank Busch, BonsaiPark Remscheid, www.bonsaipark.de
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