Magazin

Hilfsmittel
von Ivo Drüge


Bonsai-Jack. Und bist Du nicht willig …

Das Biegen von Ästen gehört seit jeher zu den Gestaltungstechniken von Bonsai. Hat man in früheren Zeiten in Japan noch Gewichte an Äste gehängt, um deren Habitus zu verändern, nutzt der moderne Bonsai-
aner Draht und biegt aufs Geratewohl. Dies ist ja sicher nichts Neues. In vielen Artikeln in BONSAI ART sieht man immer wieder verschiedenste Methoden, um besonders widerspänstigen Ästen und Zweigen eine neue Form zu geben. Hier sieht man vor allem Zwingen oder seltener so genannte Kabelbinder (Einweg-Handschellen), mit denen den Bäumen beigekommen wird. Bei einem Besuch im Bonsai Zentrum Münsterland habe ich ein weiteres Werkzeug entdeckt: „Bonsai Jack“.

Ich lege Wert darauf zu erwähnen, dass dieses Utensil „Made in Japan“ ist, somit können wir durchaus davon ausgehen, dass der eine oder andere Japaner dieses Gerät an Bonsai getestet und für gut befunden hat. Der Name „Bonsai Jack“ lässt zwar an einen zum Wagenheber verunglimpften Bonsai denken – doch ist hier mit „Jack“ wohl eher der Hebebock gemeint. Dieses ca. 33 cm lange Gerät besteht aus 9 mm dickem Rundstahl. Griff und Biegeseite sind mit rotem Gummi vergossen. Ich denke, es gibt sicher einige Hobbyisten, denen aus verschiedensten Gründen das Biegen von Hand schwerfällt. Vielleicht lassen sich auch verzwickte Stellen besser erreichen. Sicher ist allerdings, mehr Gefühl beim Biegen wird man nicht haben, ein wenig Übung ist empfehlenswert. Ein alter Schrauberspruch besagt: „Nach fest kommt ab.“

 

Bezugsquelle: Bonsai Zentrum Münsterland, www.bonsai.de