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Pflanzenpflege
von Martin Sturm

Die Sache mit den kurzen Nadeln

Eine mir sehr häufig gestellte Frage ist, wie man bei Kiefern eine proportional zum Baum passende Nadelgröße erreichen kann. Hierzu gibt es verschiedene Antworten, aber grob kann man sagen, dass man die Nadelgröße stark beeinflussen kann, aber nicht immer zwingend muss.

Nun aber zu den verschiedenen Überlegungen:

Es gibt gerade unter den japanischen Mädchenkiefern Varietäten wie Pinus parvifolia ‘Kokonoe’ oder ‘Zuisho’, die schon sehr kleine Nadeln haben. Bei diesen sollte nichts weiter unternommen werden, um die Nadeln zu verkleinern. Diese Varietäten lassen eine sehr dichte und überzeugende Verzweigung zu, weil sie sehr willig von innen her austreiben. Im Prinzip verteilt eine höhere Verzweigungsdichte die Energie auf mehr Nadeln und diese bleiben daher kürzer.

Die meisten Kiefernarten werden durch verschiedene Techniken des Rückschnittes auf eine höhere Verzweigungsdichte hin pflegend gestaltet. Hierbei sind die zwei wichtigsten Techniken das Ausbrechen des Neuaustriebes (Kerzen) im Frühjahr und das Entfernen einiger Nadeln im Sommer bzw. im Herbst, um dadurch schlafende Knospen anzuregen. Neben der erwünschten Triebvermehrung hat diese Maßnahme eben auch die Folge einer Nadelverkleinerung: viele Triebe – kürzere Nadeln.
Eine weitere Voraussetzung für kürzere Nadeln ist, dass die Pflanze voll in der Sonne steht. Die Nadeln werden ausreichend mit Licht versorgt, und die Pflanze muss nicht durch einen Mangel an Lichtenergie mehr Photosynthese betreiben, um diesen auszugleichen.

Ein letzter Punkt ist für manche Bonsaianer nicht leicht einsichtig: eine gute Düngung. Jeder Bonsai sollte ausreichend und vollwertig gedüngt sein. Es ist ungesund, wenn kleine Nadeln aufgrund eines Nährstoffmangels entstehen (Bsp.: Moorkiefern). Ein organischer Dünger, der alle Nährstoffe in ausreichender Menge in Kombination mit den wichtigen Spurenelementen enthält, bewirkt auch einen guten organischen Zuwachs und somit einen besonderen Anreiz zur Verzweigung. Ein allzu hoher Anteil an Stickstoff (N) bewirkt jedoch tatsächlich eine Vergrößerung der Nadeln, die dazu noch aus weichem Gewebe bestehen und somit für Schädlinge angreifbar sind.

Zusammenfassend kann man sagen, dass eine konsequente Pflege und Gestaltung die Basis für kleine Nadeln an Kiefernbonsai ist.

Martin Sturm, www.bonsai-sturm.de