Der Name dieser Verbenaceae-Art hebt ihr auffälligstes
Merkmal hervor, wenn sich der Baum bei der Fruchtbildung mit intensiv gefärbten
Beeren bedeckt. Zu Callicarpa, von kallos, was schön, und karpos,
was Frucht bedeutet, gehören zahlreiche Spezies, die in tropischen
Regionen und in mildem Klima auf der ganzen Welt wild wachsen. Zur Schönfrucht,
auch Liebesperlenstrauch genannt, gehören Laub abwerfende und immergrüne
Spezies, die strauchartig oder in Form kleiner Bäume vorkommen. Die
Blätter sind gegenständig und gezackt, einfach, auf der Rückseite
mit gelblichen Drüsen versehen. Die Blüten sind klein, in Trauben
in den Blattachseln zusammenstehend, und haben einen Durchmesser von 3–4 mm;
sie sind doppelgeschlechtlich, kirschrot, bläulich oder weißlich.
Sie haben einen vierzahnigen, glockenförmigen Kelch, vier gleichlange
nach außen herausragende Staubblätter mit einem Fruchtknoten
aus vier Fruchtblättern.
Die Frucht ist eine Beere, die purpurfarben, rotviolett oder auch violett,
seltener auch weiß sein kann und zwei bis vier Samen enthält.
Die Fruchtbildung, die viel spektakulärer als die Blütenbildung
ist, kann je nach Spezies gegen Ende Sommer und im Herbst erfolgen. Die
kleinen Beeren färben sich im Herbst von grün nach bunt und bleiben
einige Monate auf den Zweigen. Callicarpa ist eindrucksvoll, wenn sie in
vollem Fruchtbehang steht, und oft so überladen, dass sich die Zweige
unter der Last biegen. Zur Art Callicarpa gehören an die hundert Spezies,
aber nur wenige haben Bedeutung als Zierpflanzen und werden in Gärten
gepflanzt. Zu diesen gehören Callicarpa japonica, C. dichotoma,
C. giraldii und C. americana.
Die Schönfrucht als
Bonsai
Die Pflanze wird hauptsächlich wegen der intensiven und spektakulär
gefärbten Früchte, kultiviert. Außerdem braucht sie keine
spezielle Pflege, weshalb sie auch für Anfänger geeignet ist.
Die in der Bonsaikunst am meisten verwendeten Spezies sind die Purpurschönfrucht
(Callicarpa dichotoma) und die Jap. Schönfrucht (Callicarpa japonica).
Die Fruchtbildung bei Callicarpa dichotoma ist auch als Mamebonsai, das
heißt, in Größen von 5–8 cm Höhe, völlig
unproblematisch und ihre Schönheit ist vor allem bei Frauen beliebt.
Callicarpa japonica ist ein kleiner, Laub abwerfender Baum, der in der
Natur eine Höhe von zwei Metern erreichen kann. Er blüht im August
rosafarben mit Blüten in runden Rispen, denen kleine lilapurpurne
Beeren folgen.
Da sie selbstbefruchtend sind, kann man die Bestäubung auch mit einem
einzigen Exemplar erreichen. Die Schönfrucht hat die ihr typische
Eigenschaft, am Wurzelansatz zahlreiche Triebe zu entwickeln, weshalb man
sie auch mehrstämmig kultivieren kann, die Gestaltung ist aber auch
im locker aufrechten Stil, als Kaskade und Halbkaskade problemlos. Die
Zweige sind gegenständig.
Vermehrung
Die Schönfrucht kann aus Samen, Stecklingen und durch Abmoosen vermehrt
werden. Im Frühjahr können die Samen, die aus den Früchten
des vorausgegangenen Jahres stammen, ausgesät werden. In der Regel
sind die neuen Pflanzen aber der Mutterpflanze nicht ähnlich, sonder
blühen wahrscheinlich in einer anderen Farbe. Das für die Aussaat
ideale Substrat besteht aus 60% Torf und 40% grobkörnigem Sand. Vor
dem Pflanzen der Samen muss es vollständig durchtränkt werden,
damit sich die Erde stabilisiert. Danach zieht man mit einem Holzstöckchen
im Abstand von 2 cm zueinander Querfurchen, in die die Samen in 2 cm
Abstand nicht tiefer als ihr doppelter Durchmesser gepflanzt werden. Der
Saatkamp wird dann in den Schatten gestellt und konstant und reichlich
gegossen; erst nach dem Austreiben werden die Pflänzchen nach und
nach an die Sonne gewöhnt. Sobald die neuen Pflänzchen einige
Blätter gebildet haben, kann mit dem Gestalten begonnen werden.
Die Stecklinge von Callicarpa werden zwischen Frühjahr und Sommer
geschnitten. Dazu werden junge Zweige von 8–10 cm Länge
verwendet, die Seitentriebe und die Rinde im Schnittbereich entfernt. Der
Ansatz wird diagonal geschnitten. Vor dem Einpflanzen der Stecklinge sollten
der Schrägschnitt mit Bewurzelungshormonen versehen werden. Die Stecklinge
werden in 5–10 cm hohe Schalen in ein Substrat aus Akadama,
Flusssand und gut entwässertem Torfmoos gepflanzt. Die Schalen müssen
in den Schatten gestellt werden, wobei eine gute Belüftung sichergestellt
sein muss. Nach dem Bewurzeln werden die Stecklinge im April oder Mai
des folgenden Jahres einzeln in kleine Schalen gepflanzt.
Abgemoost wird bei dieser Spezies im Mai. Die sicherste Methode ist,
einen Teil des Stamms oder Asts zu entrinden. Dabei wird durch 2 oder
3 quer
verlaufende Schnitte ein Rindenring entfernt, dessen Höhe rund eineinhalbmal
dem Durchmesser des Stamms oder Asts entspricht. Danach werden mit einem
Pinsel Wurzelhormone aufgebracht, alles mit feuchtem Moos abgedeckt und
dann stramm mit einer Plastikfolie umwickelt, die an den Enden zugebunden
wird. Sobald sich die ersten Wurzeln bilden, kann die Plastikfolie abgenommen
werden und der abgemooste Teil von der Mutterpflanze getrennt werden. Dazu
wird der Stamm oder Ast unterhalb der sich bildenden Wurzeln abgeschnitten.
Das so gewonnene Pflänzchen wird danach sofort in eine Anzuchtschale
in Akadama gepflanzt. Wichtig ist vor allem, dass das neue Pflänzchen
vor dem Abnehmen ausreichend Wurzeln zu seiner Versorgung gebildet hat.
Standort
Auch wenn sie einen sonnigen Standort bevorzugt, sollte Callicarpa
in der wärmsten Phase des Sommers leicht schattiert werden,
damit die Blätter nicht verbrennen. Ein Standort im Halbschatten
ist der prallen Sonne also vorzuziehen. Dabei geht es insbesondere
darum, Wassermangel in der Wachstumsphase zu vermeiden. Stellt man
die Pflanze unter, wird vermieden, dass sie zu sehr austrocknet,
wie es sonst in der Sonne der Fall wäre. Zur kältesten
Zeit im Winter muss die Pflanze an einem geschützten Ort vor
Frost geschützt werden. Besteht die Möglichkeit, ist es
durchaus angebracht, sie im Kalthaus unterzustellen, weil diese Spezies
unter niedrigen Temperaturen leidet. Sie muss vor allem vor den kalten
Nordwinden geschützt werden.
Gießen
Diese Spezies verbraucht reichlich Wasser. In der kalten Jahreszeit
kann man einen mit Beeren beladenen Baum betrachten, wenn man sich
in der Wachstumsphase genauestens an die Gießvorschriften gehalten
hat. Bei plötzlichem Austrocknen verliert der Baum schnell Blätter
und Früchte; das ausreichende Gießen ist wichtig, um die
prächtige Fruchtbildung nicht zu gefährden. Die Entwässerung
muss optimal sein, um die Bildung von Wasserlachen in oder unter
der Schale zu vermeiden.Diese Spezies verbraucht reichlich Wasser.
In der kalten Jahreszeit kann man einen mit Beeren beladenen Baum
betrachten, wenn man sich in der Wachstumsphase genauestens an die
Gießvorschriften gehalten hat. Bei plötzlichem Austrocknen
verliert der Baum schnell Blätter und Früchte; das ausreichende
Gießen ist wichtig, um die prächtige Fruchtbildung nicht
zu gefährden. Die Entwässerung muss optimal sein, um die
Bildung von Wasserlachen in oder unter der Schale zu vermeiden.
Beschneiden
Was das Beschneiden von Callicarpa betrifft, so liegt der hierfür
beste Zeitpunkt zwischen Ende Frühjahr und Sommeranfang, wenn
das Wachstum der jungen Pflänzchen explodiert. Es kann zusammen
mit dem Drahten vom letzten Mai- bis zum letzten Junidrittel erfolgen.
Lässt man 5 Triebe mit 2–4 Blättern stehen, bilden
sich problemlos Blütenknospen.
Mit dem Abwerfen der Blätter muss der Baum ins Kalthaus gestellt
und der Gestaltungsschnitt durchgeführt werden. Nach dem Entfernen
der reifen Beeren werden die langen Äste beschnitten, um das Wachstum
kurzer Zweige zu fördern. In der winterlichen Ruhephase erfolgt
das Beschneiden zur Herstellung des Gleichgewichts der Wuchskraft,
wobei wenigstens zwei Knoten (Nodien) pro Zweig stehen bleiben müssen.
Es versteht sich, dass das selektive Beschneiden gegen Ende des Winters
für eine reichlichere Blüte und zur Aufrechterhaltung eines
kompakten Wachstums unverzichtbar ist. Die Zweige wachsen fast immer
gegenständig, eine Eigenart, die es beim Beschneiden zu berücksichtigen
gilt. Man kann einen Zweig stehen lassen, weil er länger als ein
anderer ist, oder ihn direkt am Ansatz abschneiden. Die zahlreichen
Triebe, die sich am Ansatz bilden, werden, soweit sie nicht benötigt
werden, so schnell als möglich entfernt, weil sie der Pflanze
unnötigerweise Kraft entziehen.
Drahten
Bei der Gestaltung der Grundstruktur kann eine junge Pflanze während
der gesamten Wachstumsphase gedrahtet werden. Man sollte sich aber
darüber klar sein, dass die Rinde dieser Pflanze empfindlich ist,
weshalb der Draht, um die Rinde nicht zu beschädigen, mit Krepppapierklebeband
umwickelt werden sollte. Der Saftfluss darf nicht blockiert werden.
Pinzieren
Das Zweigwerk aufzubauen und die Silhouette zu erhalten ist nicht einfach,
weil diese Spezies dazu neigt, Zweige vertrocknen zu lassen. In der
Wachstumsperiode, normalerweise von Mai bis Juni, wachsen die Zweige übermäßig
nach oben und müssen abgesenkt werden. Außerdem sollte
man zu kräftige Triebe pinzieren, solange sie noch zart sind.
Die Triebe werden erst zurückgeschnitten, wenn sie sich verdickt
haben. Lässt man sie sich nicht verdicken, können die Triebe
später die Beeren nicht tragen. Man muss ihnen das Weiterwachsen
ermöglichen, um sie später auf 3-4 Blätter zu beschneiden.
Umpflanzen
In der Regel werden reife Exemplare alle 3–4 Jahre umgepflanzt,
die jüngeren wenigstens alle 2–3 Jahre. Der hierzu ideale
Zeitpunkt ist der Frühlingsanfang, sobald die Knospen anschwellen,
wobei die Wurzeln auf rund ein Drittel beschnitten werden. Empfehlenswert
ist der Einsatz gut drainierenden Bodens, wie Akadama, mit Zugabe von
höchstens 20% Kies.
Düngen
Das Düngen von Callicarpa konzentriert sich vor allem auf die
Monate April, Mai und September und wird Anfang Oktober unterbrochen,
damit die Beeren nicht ihre Farbe verlieren, braun werden und frühzeitig
abfallen. Vorzuziehen ist sich langsam zersetzender organischer Dünger.
Sobald sich die Blüten öffnen, wird die Düngerzufuhr
unterbrochen und erst bei Ende der Blüte wiederaufgenommen.
Krankheiten
Diese Spezies kann von Blatt- und Schildläusen befallen werden.
Vom Frühjahr bis zum Herbst muss auf eventuellen Befall durch
diese Insekten verstärkt geachtet werden. Ein gutes Mittel gegen
diese Gefahr ist die Anwendung eines vorbeugenden Insektizids im Frühjahr.
Ist der Befall durch Blatt- oder Schildläuse bereits erfolgt,
empfiehlt sich die Anwendung eines systemischen Insektizids, wobei
der Baum hell und gut belüftet stehen muss.
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