Zu den zahlreichen Arten, aus denen die Familie der
Rubiaceae besteht, gehört auch die Gardenie, die für die ungewöhnliche
Intensität ihres Duftes berühmt ist, den ihre weißen Blüten
verströmen. Zusammen mit der Kamelie nimmt die Gardenie in Südeuropa
den ersten Rang in der Blumenkultur ein. Das Klima dort, das sehr dem in
jenen ostasiatischen Ländern ähnelt (östliches Indien, China,
Japan), aus denen die erste kultivierte Spezies kam (Gardenia augusta, früher
G. jasminoides), erlaubt über weite Teile des Jahres die Kultivierung
im Freien.
Die alte lateinische Bezeichnung war sehr willkürlich, denn die Gardenie
hat mit dem Jasmin nichts zu tun, dessen Ähnlichkeit allenfalls auf
den intensiven Duft der Blüten zurückzuführen ist. Die Art
Gardenia, benannt nach Alexander Garden, Doktor der Medizin in Charleston
und einer der botanischen Berichterstatter Linées, umfasst zurzeit
etwa sechzig Spezies, von denen aber nur sehr wenige von Bedeutung sind.
Der Nachweis dieser Art in der Systematik ist rund zweihundert Jahre alt,
zum ersten Mal wird sie in den Botanikbüchern um 1753 erwähnt
und ist seit ebenfalls zweihundert Jahren in den europäischen Gärten
präsent.
Morphologisch sind die Gardenien Strauchgewächse oder kleine Bäume,
oft mit immergrünen Blättern, seltener mit halbdauerhaften Blättern.
Unbehaart oder haarig, manchmal filzig, haben sie gegenständige Blätter,
die zum Teil in Wirteln (rund um den Zweig) verwachsen sind. Sie bringen
lange, achsel- und einzelständige oder einzel- und endständige
Blüten hervor. Die Farbe ist bei einigen Spezies weiß, bei anderen
gelb oder gelblich. Sie verfügen über einen eiförmigen Blütenkelch.
Die Blüte hat fünf bis neun geöffnete, gebogene oder gewundene
Blütenblätter. Sie öffnet sich zwischen Juni und August.
Die fünf bis neun Staubblätter wiederholen die Anzahl der Blütenblätter.
Bei der wichtigsten Spezies, der Gardenia augusta, ist das Blattwerk dicht,
immergrün und die Blüten sind einfach oder gefüllt, wohlriechend
mit Blütenblättern von wachsartiger Konsistenz. Die Sträucher
erreichen eine Höhe von bis zu 2 Metern.
Die Gardenie als Bonsai
Diese Pflanze ist in Japan als Bonsai sehr verbreitet und wird vor allem
wegen ihrer prächtigen Blüte geschätzt. Sie ist eine edle
Pflanze mit glänzenden Blättern und stark duftenden einfachen
oder gefüllten Blüten. Die Gardenien blühen im Sommer und
die Blüten entwickeln sich an den Enden der neuen Triebe. Gardenia
augusta hat dicke, rundovale Blätter und bringt im Herbst manchmal
gelborangene Früchte hervor. Die Varietät fortunei mit Doppelblüte
bringt keine Früchte hervor, dafür ist die Blüte aber umso
spektakulärer.
Die Spezies bereitet sicher viel Freude, aber als Bonsai gezogen ist sie
doch sehr anspruchsvoll. Sie benötigt eine ausdauernde und richtige
Kultivierung, um sie zur Blüte zu bringen. Der bei der Gardenia am
meisten verwendete Stil ist die Mehrfachstammform, denn für einen
dicken Einzelstamm braucht es viele Jahre.
Vermehrung
Gardenia kann über Stecklinge aus grünem Holz im Frühjahr
oder mit halbreifem Holz im Sommer oder über Abmoosen nach der Blüte
vermehrt werden. Was die Stecklingsvermehrung angeht, so wird eine Erdmischung
aus Torf und Sand zu gleichen Teilen vorbereitet. Möchte man viele
Stecklinge pflanzen, ist der beste Behälter sicherlich ein Holz-
oder Styroporkasten, bei wenigen Setzlingen kann man eine niedrige und
lange Anzuchtschale verwenden, beide sollten mit Dränagelöchern
versehen sein. Sobald das Beet mit einer guten Dränageschicht auf
dem Boden vorbereitet ist, werden die Stecklinge von der Mutterpflanze
genommen. Dabei werden Triebe von 8 -10 cm Länge abgeschnitten,
die keine langen Internodien aufweisen sollten. Bevor die Stecklinge eingepflanzt
werden, führt man am Ansatz einen Schnitt von 45° aus, auf den
Wurzelhormone aufgebracht werden. Danach wird in das Substrat ein Loch
vorgebohrt und die Pflanze gesteckt. Der ideale Standort für den
Kasten ist auf einer Bodenheizung, ohne Zugluft ausgesetzt zu sein. Der
Boden trocknet dann sehr schnell aus, weshalb aufmerksam unter Beachtung
der Bedürfnisse der Pflanze gegossen werden muss. Das Substrat darf
nie mit Wasser gesättigt sein.
Bis sich neue Blätter bilden, die anzeigen, dass die Stecklinge gewurzelt
haben sollte häufig mit dem Zerstäuber gearbeitet werden. Sind
die Bedingungen gut, schlagen die Stecklinge in 3-4 Wochen Wurzeln. Nachdem
sich die Wurzeln gebildet haben, wird alle 8-10 Tage mit dem entsprechenden
Flüssigprodukt gedüngt. Nach Ablauf einiger Monate sind die
kleinen Pflänzchen kräftig genug, um in Einzelschalen verpflanzt
zu werden. Im nächsten Frühling kann dann mit dem Gestalten
durch Beschneiden begonnen werden.
Die Gardenie kann auch durch Einschnüren oder Ringeln erfolgreich
abgemoost werden. Beim Abmoosen durch Einschnüren ist die Vorgehensweise
sehr einfach. Mit einem Stift wird der Bereich gekennzeichnet, in dem
die Wurzelbildung erfolgen soll. Der Linie folgend wird mit einem sehr
scharfen und desinfizierten Messer eine Kerbe angelegt. Diese Kerbe muss
in ihrer Breite der Stärke des Aluminiumsdrahts entsprechen, der
eingelegt wird. Sie darf höchstens ein wenig kleiner sein. Dann wird
der Draht tief eingelegt und verdrillt.
Für das Abmoosen durch Ringeln muss ein Rindenring am Stamm oder
an einem Ast entfernt werden. Mit einem Stift wird die Linie in dem Bereich
des Baums gezogen, in dem neue Wurzeln benötigt werden. Mit dem Stift
wird unter dieser eine weitere Linie in einem Abstand gezogen, der dem
Eineinhalbfachen des Durchmessers des bearbeiteten Astes oder Stammes
entspricht. Der von den beiden Linien beschriebene Bereich wird dann mit
zwei horizontalen Einschnitten entrindet, die tiefer als das Kambium reichen
müssen. Beide Techniken des Abmoosens erfordern danach die Behandlung
mit Wurzelhormonen und werden danach mit Moos zugedeckt. Eine an den Enden
festgebundene Plastikfolie verhindert das Austrocknen und Abfallen des
Mooses. Der abgemooste Teil wird erst dann von der Mutterpflanze getrennt,
wenn sich ausreichend Wurzeln gebildet haben.
Standort
Vom Mai bis September wird sie nach draußen an einen hellen und
gut belüfteten Standort gestellt. Im Hochsommer sollte direkte Sonneneinstrahlung
vermieden werden. Im Winter steht sie am besten an einem hellen und frischen
Standort bei einer Temperatur, die 10°C nicht unterschreiten sollte.
Für die Blüte ist eine besondere Pflege notwendig, für
die Bildung der kleinen Knospen muss die Temperatur tagsüber die
Nachttemperatur um 10 °C betragen. Damit die Blüte aber
möglichst lange auf der Pflanze verbleibt, dürfen die Temperaturschwankungen
zwischen Tag und Nacht nicht größer als 5°C sein. Bei uns
müssen Gardenien wie sogenannte Indoor-Bonsai kultiviert werden,
weil sie eine Mindesttemperatur von 10-12 Grad benötigen.
Gießen
Da die Gardenie eine Moorbeetpflanze ist, sollte zum Gießen entkalktes
Wasser verwendet werden. Zwischen Frühling und Sommer muss reichlich
gegossen werden, wobei man den Boden leicht antrocknen lässt. Im
Winter wird dagegen nur mäßig Wasser zugeführt, um Staunässe
zu vermeiden. Der Gardenie bekommt das häufige Einsprühen der
Blätter gut. Achtung! Da diese Spezies im Sommer sehr viel Wasser
verbraucht, muss, um die Lebenskraft zu erhalten, unter Umständen
bis zu dreimal am Tag gegossen werden.
Beschneiden
Der starke Astschnitt erfolgt zwischen Mai und Juni, wobei die Schnitte
mit Baumwachs geschützt werden. Nach der Blüte muss ausgelichtet
werden, dabei werden vor allem die kräftigeren Zweige gekürzt.Der
starke Astschnitt erfolgt zwischen Mai und Juni, wobei die Schnitte mit
Baumwachs geschützt werden. Nach der Blüte muss ausgelichtet
werden, dabei werden vor allem die kräftigeren Zweige gekürzt.
Drahten
In den Monaten Mai/Juni kann gedrahtet werden, weil die Zweige zu diesem
Zeitpunkt sehr biegsam sind und kaum Gefahr besteht, dass sie brechen.
Um die Pflanze so wenig wie möglich zu schädigen, sollten nur
die verholzten Zweige und Triebe gedrahtet und der Draht zuvor mit Kreppklebeband
umwickelt werden.
Pinzieren
Pinziert man das neue Wachstum an allen Zweigenden gegen Ende Mai, kann
es auch zur Blütenbildung am Ansatz der Zweige kommen. Um die Silhouette
des Baumes zu korrigieren, werden die Zweige während der sommerlichen
Wachstumsperiode bis auf zwei Knoten gekürzt.
Umpflanzen
Das Umpflanzen erfolgt im späten Frühjahr, bevor sich die Blütenknospen
bilden, alle 2-3 Jahre, wobei die Wurzeln um wenigsten 1/3 ihrer Länge
beschnitten werden. Pfahlwurzeln werden entfernt und der gesamte Wurzelapparat
so beschnitten, dass auch die feinen Wurzeln nicht zu lang sind, weil
sie sonst zu Fäulnisbildung neigen. Der für diese Spezies am
besten geeignete Boden besteht zu 100% aus Kanuma, wie er für Moorbeetpflanzen
typischerweise verwendet wird. Er zeichnet sich durch die Fähigkeit
aus, Wasser gut aufzunehmen. Nach dem Umpflanzen sollten die Blätter
häufig eingesprüht und der Boden nur dann gegossen werden, wenn
er oberflächlich gut abgetrocknet ist.
Düngen
Da Gardenien reichlich Dünger mögen, sollte während der
gesamten Wachstumsperiode von April bis Oktober mit sich langsam zersetzendem,
organischen Dünger gedüngt werden. Während der Blüte
muss die Zufuhr unbedingt eingestellt werden, damit diese nicht abfallen.
Krankheiten
Diese Spezies ist besonders sensibel, was den Befall von Schild- und Blattläusen
angeht, von denen oft auch der Wurzelapparat angegriffen wird. Die Kontrollen
im Hinblick auf Pflanzenkrankheiten müssen also sorgfältig auch
an den Wurzeln durchgeführt werden, um sich zu vergewissern, dass
in ihnen keine gefährlichen Parasiten nisten. Im Unterschied zu anderen
Spezies können diese den Baum schwer schädigen und im schlimmsten
Fall sogar abtöten. Ein Tipp: Die Blätter verlieren an Glanz
und die Blüten fallen ab, wenn die Pflanze zu trocken gehalten wird
oder in einem Bereich steht, der nicht ausreichend hell ist.
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