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Natürlich begeistert es einen am meisten, wenn man etwas selbst
geschaffen hat und von dem Ergebnis auch überzeugt ist.
Schon mein ganzes Leben lang haben mich große alte Bäume in
der freien Natur fasziniert. Ich kann nicht sagen, wie oft ich schon vor
einer alten Eiche oder Linde gestanden habe und überwältigt
war von der Ausstrahlung und Kraft, die ein mächtiger Baum von sich
gibt.
Mein Lebenslauf in Bezug auf Freizeitaktivitäten ähnelt
wohl dem vieler Bonsaienthusiasten: Kampfsport schon als Kind, Angeln,
Aquariumfische, viel in der freien Natur, im Wald Pilze suchen und letztendlich
als Höhepunkt Bonsai, das alles andere mit der Zeit in den Hintergrund
treten ließ und verdrängte.
1986 fielen mir in einer Gärtnerei Bonsaibücher auf und ich
kaufte mir das Taschenbuch Bonsai für die Wohnung von
Paul Lesniewicz. Mein erstes Versuchsobjekt war dann auch ein Ficus benjamini,
der übrigens heute noch lebt. Dies blieb dann auch mein letzter Zimmerbonsai
und ich konzentrierte mich ausschließlich auf Outdoors. Dass ich
im Vorjahr ein Haus gebaut hatte und der Garten noch angelegt werden musste,
erwies sich als glücklicher Zufall. Auch ein Gewächshaus, das
ich aus alten Fenstern einer Schule und ein paar Balken und Brettern aus
einer Sägemühle selbst zusammenbaute, musste her. Inzwischen
zählt meine Sammlung 60 Bonsai und noch mehr Bücher darüber,
aus denen ich mir regelmäßig Anregungen hole. Besonders die
Kokufu-Jahrbücher haben es mir angetan.
Im Jahr 1992 wurde ich von einem jetzt guten Bekannten angesprochen und
wir gründeten den Verein Bonsaifreunde Altenkunstadt u.U..
Seit dieser Zeit bin ich erster Vorstand dieses Vereins, der jetzt 29
Mitglieder betreut und als eingetragener und gemeinnütziger Verein
registriert ist. Natürlich sind wir auch AK beim Bonsai Club Deutschland,
wo bereits der eine oder andere meiner Bäume auf der Jahresausstellung
ausgezeichnet wurde. Ein Höhepunkt in unserem Vereinsleben war die
Euro Bonsai Gala, die unser Vereinsmitglied Kurt Gagel in Bad Staffelstein
organisierte.
Als ich vor einigen Jahren eine Ausschreibung für die Ausbildung
einer Bewertergruppe für den BCD las, bewarb ich mich. So bewerte
ich jetzt auch regelmäßig auf der Jahresausstellung, was mir
viel Freude macht, auch wenn die Ergebnisse oft umstritten sind. Es kommt
schon vor, dass man sich den Angriffen von Ausstellern entgegenstellen
muss, die sich ungerecht behandelt fühlen. Aber ich finde die Arbeit
mit der Bewertergruppe gut, vor allem weil eine Lösung gefunden werden
musste. Unzufriedene gibt es immer und ich denke, bei früheren Prämierungen
noch mehr als heute.
Eine Lieblingsbaumart oder einen Lieblingsstil habe ich nicht. Ich arbeite
an Importmaterial genauso gerne wie an Yamadori. Natürlich begeistert
es am meisten, wenn man selbst etwas geschaffen hat und von dem Ergebnis
auch überzeugt ist. In meiner Sammlung finden sich neben etlichen
Fächerahornen und Azaleen auch Fichten, Lärchen, Kiefern und
viele Laubbaumarten. Als gute Yamadoriquelle hat sich für mich der
Garten von Wolfgang Käflein erwiesen, wo ich gute Rohware erstehe.
Aber natürlich nicht nur dort.
Als Gestalter beeindruckt mich immer wieder Walter Pall, der nicht nur
hervorragende Bonsai erschafft, sondern es auch versteht, sein Wissen
zu vermitteln. Ein Workshop oder eine Demo mit ihm ist immer wieder ein
besonderes Erlebnis. Trotz der Differenzen um Einhaltungen der Stilrichtungen
bin ich für alle Möglichkeiten offen, die die Kunst Bonsai uns
bietet. Jeder kann sich hier verwirklichen, wie es seinem Geschmack entspricht.
Wenn das Ergebnis andere beeindruckt und inspiriert, ist es ein guter
Bonsai.
Ein besonderer Höhepunkt war für mich eine Japanreise mit Harald
Lehner 2001, die uns neben den Gärten bekanntester Bonsaigestalter
auch durch die Kokufu führte. Eine solche Perfektion an Bonsai ist
in Europa nicht errreicht, auch wenn viele das denken.
Ebenso beeindruckend waren für mich Reisen in die Länder, in
denen besonders die Naturschauspiele unvergesslich blieben, wie die riesigen
Mammutbäume in der Sierra Nevada oder die jahrtausendealten Grannenkiefern
mit ihren natürlichen Jins östlich davon. Dieses Jahr werde
ich wohl den Westen Kanadas erkunden.
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