Wer ist eigentlich ... Jürgen Stodt

Name: Jürgen Stodt

Wohnort: Neuss



Mein Name ist Jürgen Stodt. Ich bin verheiratet, habe eine Tochter und arbeite in der Forschung eines großen chemischen Betriebes in Düsseldorf.
Seit mehr als 21 Jahren habe ich Bonsai als Hobby und bin ich im Düsseldorfer Arbeitskreis aktiv. Auf Bonsai bin ich durch eine Ausstellung in einem Kaufhaus vor 22 oder 23 Jahren gekommen. Die kleinen Bäume und Wälder beeindruckten mich sehr und steckten mich mit dem Bonsaivirus an. Im Großraum Düsseldorf gab es zu dieser Zeit noch keine Fachhändler, daher bestand mein erster Bonsaikauf in einem Düsseldorfer Blumengeschäft aus einem Set mit Samen, Schale, Erde und Buch. Die Samen gingen leider nicht an. Später eröffneten die ersten Fachhändler im Düsseldorfer Großraum ihre Geschäfte, unter anderem auch Werner Busch.
Meine ersten Bonsai waren importierte japanische Pflanzen und Indoors, die ich teilweise noch heute habe. Der größere Teil meiner Sammlung besteht aus einheimischen Bäumen, die ich meist als Rohlinge beim Händler erworben habe. Allerdings hat sich in den letzten Jahren mein Bonsai-Geschmack ein wenig geändert. Heute tendiere ich mehr zu Nadelbäumen und Yamadori-Pflanzen, die ich erwerbe und in Workshops gestalte. Anschließend kümmere ich mich um die langjährige Pflege und Optimierung zu guten Bonsai. Ich glaube, es ist mir gelungen, durch langjährige Gestaltung und Pflege größtenteils gute bis sehr gute Bonsai zu entwickeln. Mir ist es vor allem wichtig, den Wurzelansatz sowie die Aststellung und die Feinverzweigung zu verbessern. Gute Erfolge erziele ich besonders beim Acer palmatum: Nach ein paar Jahren werden die Bäume auch in der Schale im Stammbereich dicker, dann ist auch die Verzweigung der Äste sehr weit fortgeschritten.
Viele Gestalter haben mein Bonsai­verständnis beeinflusst, am meisten aber Werner Busch, Wolf Schudde und Serge Clèmence. Anfangs prägte mich besonders Werner Busch mit seiner Art, eine Gestaltung behutsam anzugehen und die Pflanze dabei nicht zu gefährden ? noch heute hole ich mir regelmäßig Rat von ihm. Von Wolf Schudde lernte ich das exakte Drahten, die fotografische Dokumentation während der Gestaltung und die Konzentration auf das Wesentliche. Und von Serge Clèmence lernte ich die neusten Gestaltungstechniken und die Liebe zu den Yamadori-Pflanzen.
Ich mag europäische Gestalter, habe aber keinen Lieblingsgestalter. Besonders gerne sehe ich Demonstratoren, die das Publikum unterhalten können, wie z.B. Walter Pall. Bei den diesjährigen NRW-Bonsai-Tagen überraschte mich der 20jährige Martin Sturm positiv, weil ihm die Unterhaltung der Zuschauer ebenfalls gut gelang. Von den japanischen Gestaltern gefallen mir Hideo Kato und besonders Masahiko Kimura gut.
Einen richtigen Lieblingsbaum habe ich nicht. Ich mag viele Baumarten, aber natürlich beschäftige ich mich mehr mit Pflanzen, die noch nicht so weit entwickelt sind.
Ich besitze viele Bonsai-Bücher. Zu meinen Lieblingsbüchern gehören die beiden Bücher ?Bonsai Technik 1 + 2“ von John Naka. Zuletzt las ich die beiden Bände ?Ästhetik und Bonsai“ von François Jeker und von Willi Benz das Buch ?Bonsai, Kusamono, Suiseki“.
Ende der 90er Jahre ließ ich mich beim Bonsaiclub Deutschland zum Bewerter ausbilden. Nunmehr gehöre ich seit fast drei Jahren der Bewertungskommission des Clubs an. Zu den Aufgaben der Kommission gehören die Durchführung einer Bewertung während der BCD-Ausstellung, aber auch die Weiterbildung der Bewerter. Bewertungen ermöglichen es, einen Baum objektiv beurteilen zu lassen. Ferner erfährt man als Besitzer, wie Fachleute den Baum beurteilen. Auf diesem Weg suche auch ich für meine eigenen Bäume immer wieder neue Denkanstöße, um sie weiter zu verbessern.


Hainbuche (Carpinus betulus), Höhe ca. 60 cm. Seit etwa 8 Jahren in meinem Besitz. Den Baum habe ich bei Werner Busch gekauft. Zu diesem Zeitpunkt war der Baum schon einigermaßen entwickelt. Ich habe die Hainbuche noch weiter entwickelt. Der Baum war bei der Weltausstellung in München und beim letzten Ginkgo-Award


Eibe (Taxus baccata) vor der Gestaltung
Eibe (Taxus baccata), Höhe ca. 60 cm. Nach der Gestaltung. Seit 3 Jahren in meinem Besitz. Ich habe den Baum vor 2½ Jahren bei Serge Clèmence im Workshop gestaltet

Ahorn (Acer palmatum), Höhe ca. 90 cm. Seit etwa 10 Jahren in meinem Besitz. Der Baum stammt aus einer Baumschule und war etwa 5 m hoch. Von Bruno Wingerath wurde er reduziert und die Aushöhlarbeiten durchgeführt. Ich habe den Baum bei Bruno gekauft mit ganz dünnen Ästen und ohne Verzweigung