
einem seiner Bäume
Mein Name ist Jörg Derlien und ich wurde 1968 in der Eifel geboren. Nach einer Ausbildung als Tischler und Offset-Drucker bildete ich mich in den folgenden Jahren zum Mediengestalter und Fotografen weiter und arbeite heute im Marketing einer größeren Bäckerei.
Die Begeisterung für Bonsai begleitet mich seit dem Jahr 1990. Diese Leidenschaft begann an einem unerwarteten Ort: auf einem Flohmarkt. Dort sah ich zum ersten Mal einen Bonsai in natura. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Wissen über diese Kunstform besaß, war die Faszination sofort da. Die besondere Ausstrahlung, die Ruhe und zugleich die Spannung dieser kleinen Bäume haben mich bis heute nicht mehr losgelassen.
Meine ersten fundierten Schritte in der Bonsai-Gestaltung machte ich unter der Anleitung von Werner M. Busch. Von ihm erlernte ich grundlegende und weiterführende Fertigkeiten, sowohl im persönlichen Austausch als auch in dessen Zweigstelle in Pulheim/Stommeln, geleitet von Franz-Josef Thönnessen. Diese Zeit prägte meinen Blick für Gestaltung, Technik und die Bedeutung von Geduld und Konsequenz in der Bonsai-Arbeit nachhaltig. Rund zehn Jahre später zog es mich von Köln zurück in meine Heimat, die Eifel. Dort lernte ich Jürgen Zaar aus Cochem kennen. Über viele Jahre hinweg arbeitete ich als Schüler eng mit Jürgen zusammen. In dieser intensiven Phase
vertiefte ich nicht nur mein gestalterisches Können, sondern entwickelte auch meinen eigenen Stil, ohne dabei die
Einflüsse von Jürgen Zaar zu verlieren.
Ein besonderer Meilenstein in meiner Laufbahn folgte im Jahr 2005, als ich als bislang einziger deutscher Teilnehmer den europäischen New Talent Contest gewinnen konnte. Obwohl mich diese Auszeichnung sehr ehrte,
war es mir ein besonderes Bestreben, mich stets weiterzubilden. Stillstand wäre für mich ein Rückschritt.
Heute gebe ich als Gestalter, Dozent und Mentor zahlreiche nationale und internationale Workshops sowie Demonstrationen und versuche dabei, mein Wissen und meine Erfahrung auf ruhige und verständliche Weise an die Bonsai-Enthusiasten weiterzugeben. Außerdem habe ich meine eigene Bonsai-Schule gegründet, die Treeart-Bonsaischool.
Dort arbeite ich sowohl mit konstanten als auch mit wechselnden Schülern zusammen. Dabei ist es mir wichtig,
keine weiteren „Derliens“ zu schaffen, sondern den Schülern ihren eigenen gestalterischen Spielraum zu lassen.
Dennoch lege ich großen Wert darauf, dass sie meine Bonsai-Philosophie leben und auch in diesem Sinne handeln. Im Mittelpunkt steht dabei die Demut vor dem Baum und der Natur. Viele meiner Schüler unterstützen mich inzwischen auch bei Workshops und Demonstrationen – für mich ein lebendiger Beweis für die nachhaltige Weitergabe meiner Philosophie und Techniken.
Neben meiner Tätigkeit als Gestalter bin ich seit vielen Jahren auch als Fotograf auf zahlreichen Bonsai-Events tätig. Auf vielen Ausstellungen, wie der Trophy, der AKI TEN, den Bayerischen Bonsaitagen sowie bei zahlreichen BCD-Ausstellungen, bin ich mit meinem Fotostudio präsent. Häufig werde ich dabei von meiner Frau Melanie unterstützt. Gemeinsam sind wir ein eingespieltes Team, und besonders schätze ich ihren Blick für die kleinen, aber wichtigen Details. Viele dieser Fotografien haben bereits die Cover namhafter Bonsai-Magazine geziert.
Zusätzlich bin ich seit vielen Jahren als Redakteur für verschiedene Fachmagazine tätig. In jüngerer Zeit hat sich
mein Interesse auch auf Kusamono und Suiseki ausgeweitet, Disziplinen, die meine Liebe zur Natur, zu feinen Details und zur stillen Ästhetik konsequent ergänzen. Bonsai verstehe ich als ganzheitliche Kunstform: geprägt
von handwerklichem Können, künstlerischem Anspruch, stetigem Lernen und der Freude daran, Wissen weiterzugeben.
