
ganz Europa im Einsatz
Mein Name ist Reinhard Schreieck, ich bin Jahrgang 1965, geboren und aufgewachsen in Duttweiler, einem Ortsteil von Neustadt an der Weinstraße (Pfalz), wo ich heute mit meiner Lebenspartnerin und unseren zwei Kindern lebe.
Beruflich war ich früher bei der Telekom und anschließend bis dieses Jahr bei der BASF in einem Chemiebetrieb tätig. Nach gesundheitlichen Problemen und Personalabbau bin ich seit Februar freigestellt bis zur Rente. Die freie Zeit nutze ich, um mich verstärkt um mein Geschäft für Bonsai-Werkzeuge, Kreativwerkzeuge und Arbeitstische zu kümmern (www.schreieck.biz).
Zum Bonsai-Hobby bin ich vor über 20 Jahren eher zufällig gekommen. Damals verschob sich mein erster Hausbau um zunächst 2 Jahre und ich hatte schon Pflanzen für den zukünftigen Garten bei meinen Eltern deponiert. Bis mein Garten dann tatsächlich angelegt werden konnte, dauerte es 3-4 Jahre und ich musste die Pflanzen kräftig zurückschneiden.
Fußgänger, die an einem Sonntagmorgen nach der Kirche durch das Neubaugebiet spazierten, sagten:
„Die Pflanzen sehen aus wie Bonsai!“ Diese Aussage machte mich neugierig, ich kaufte mir ein kleines Buch über Bonsai und der Wahnsinn begann. Der Weg führte mich zum Bonsai-Garten Zentner in Schifferstadt und darüber hinaus kaufte ich alle Bonsai-Bücher und -Zeitschriften auf, die mir in die Finger kamen. Eine der älteren Zeitschriften zeigte einen Arbeitsplatz mit einem Drehtisch für die Bonsai-Gestaltung. Etwas Ähnliches habe
ich mir gleich nachgebaut und bei einem privaten Workshop Martin Sturm vorgeführt. Er war begeistert und
meinte, wenn ich den Tisch in Serie bauen könnte, würde er mir einen Bericht in der BONSAI ART vermitteln.
Gesagt, getan, ein paar Wochen später war eine Serie fertig und bald darauf hatte ich einen Termin in Münster beim Verlag (siehe BONSAI ART 90, Seite 8).
Die Prototypen, die Entwicklung und die Homepage hatten dann aber mein Sparschwein geleert, so dass ich mir noch etwas Zusätzliches überlegen musste und auf die Idee mit den Werkzeugen kam. Da ich in einem Weinbaubetrieb aufgewachsen bin, habe ich schon früh gelernt, mit Werkzeugen und verschiedenen Materialien umzugehen, denn anstatt einen Handwerker zu holen, haben wir möglichst alles selbst gebaut und repariert. Dabei war mein Vater mein großer Lehrmeister.
Um in meinem Bonsai-Hobby weiterzukommen, nahm ich an etlichen Workshops teil, unter anderem bei Martin
Sturm, Horst Krekeler, Michael Wilhelm, Udo Fischer, Walter Pall und Valentin Brose.
Von meinem Vater lernte ich „klauen mit den Augen“. So beobachtete ich oft live oder auch im Internet Leute wie
François Jeker, Mario Komsta, Andrés Bicocca, Kevin Willson und Graham Potter. Fasziniert haben mich die Werkzeuge, mit denen sie bei den Vorführungen arbeiteten, egal ob maschinell oder mit der Hand. Mir fiel dabei oft auf, was den Gestaltern fehlte, oder was ihnen und dem Baum die Sache erleichtern könnte. So stellte ich immer mehr Spezialwerkzeuge her und nahm sie in meinen Shop auf, wie zum Beispiel meine Spezial-Fräser für Dremel, Proxxon und auch Metabo und Bosch. Darüber hinaus ergänzte ich Bürsten, Messer und Schnitzwerkzeuge nach dem Vorbild von François Jeker. Ein großer Dank gebührt Heiner Höhl, meinem Werkzeugmacher, der mich tatkräftig unterstützte und selbst ein großer Bonsai-Liebhaber ist. Seit vielen Jahren bin ich bei der Arco Bonsai am Gardasee mit meinem Händlerstand vertreten. Dort kommen regelmäßig Leute wie Salvatore Liporace, Mauro Stemberger, Othmar Auer und Enzo Ferrari bei mir am Stand vorbei.
Mit Enzo habe ich den großen Hub-Drehtisch-Wagen „Ferrari“ entworfen und gebaut. Dieser ist mittlerweile
europaweit im Gebrauch. Ich hatte schon Bestellungen aus Frankreich, Litauen, Dänemark, Österreich, der Schweiz und Italien. Auf der Trophy in Genk hat ein Engländer aus Nottingham kürzlich gleich 3 Stück bei mir gekauft – das war die Krönung!
Ich sehe mittlerweile oft auf Facebook, dass überall in Europa Nachbauten von meinen Arbeiten im Umlauf sind, was mich aber nicht ärgert, sondern stolz macht.
