Kleine Schalenkunde (37)

erschienen in BONSAI ART 195

Die rechteckige, bemalte Schale, die wir diesmal in dieser Rubrik sehen, wurde in China für den japanischen Markt hergestellt und mit dem Namen Sekizan signiert.


Tatsächlich entsprechen die Proportionen der Schale eher japanischen Gepflogenheiten, während chinesische Schalen noch heut oft deutlich schmaler im Verhältnis zu ihrer Länge hergestellt werden. Über die genaue Herkunft der Schale und über ihren chinesischen Hersteller ist leider nichts weiter bekannt. Jedoch handelt es sich um ein interessantes und schönes Stück, das genauere Betrachtung verdient.
Die gezeigte Schale misst 17 cm mal 13,8 cm, gemessen am 1,8 cm breiten oberen Rand, und ist 6 cm hoch, plus 1 cm hohe Füße, die sanft gestuft sind. Der Schalenkörper ist rechteckig, mit nach oben weiter werdender, leicht geschwungener Wand, eingezogenen Ecken und nach außen weisendem Rand.
Hergestellt wurde sie aus weißem Porzellan, das außen so mit blauer Glasur überzogen wurde, dass an den vier Seiten die Bildfenster frei blieben, in denen dann die Bemalung mit orange-roter Farbe erfolgte. Die in mittelfeiner Ausführung gemalten Motive zeigen jeweils dieselbe Landschaft aus leicht unterschiedlichen Perspektiven, mit einem kleinen Gebäude am Meer, Laubbäumen, felsigen Inseln und fliegenden Seevögeln.
Betrachtet man die Schale von unten, so sieht man einen elegant gestalteten Boden, der eine leichte, lotusförmige Vertiefung und sechseckige Drainagelöcher aufweist, zwischen denen die Signatur in rot auf blauer Glasur platziert ist.
Ein kräftiger blühender und/oder fruchtender Shohin-Bonsai wie zum Beispiel eine Azalee, Holzquitte, Japanische Winterbeere oder ein Apfelbaum käme in dieser Schale sehr gut zur Geltung. (HvG)


Siegel