Kleine Schalenkunde (39)

erschienen in BONSAI ART 197

Diese elegante Shohin-Schale stammt von der Töpferin Satomi Terahata aus der japanischen Stadt Seto, die 1230
von dem berühmten Töpfer Shirozaemon Kato gegründet wurde und bis heute für ihre Haushalts- und technische Keramik bekannt ist. Satomi Terahata ist ihrem Vater Mazan in den Töpferberuf gefolgt.

Ihre akkurat gearbeiteten und edel glasierten Bonsai-Schalen fertigt sie in vielfältigen Formen, oftmals partiell bemalt mit traditionellen japanischen Mustern oder mit einem zarten senkrechten Streifenmuster. Meist handelt es sich um Schalen für Shohin, seltener um etwas größere für Chuhin-Bonsai. Die meist grünen, gelben, blauen, beigen oder braunen Glasuren weisen oft ein Craquelé (ein netzförmiges Rissmuster) auf und haben gelegentlich andersfarbige Glasurflecken. Satomi Terahatas Schalen mit ihren reizvollen Designs sind ausgesprochen beliebt und oft auf Ausstellungen in Shohin-Displays zu sehen, wo man sie anhand ihres unverwechselbaren Stils leicht identifizieren kann.
Die hier gezeigte Schale misst 17 x 14 x 5 cm plus 1,2 cm Fußhöhe und 1 cm Randbreite und wurde aus hellbeigem Ton hergestellt. Die Form entspricht der eines „antiken Spiegels“ mit insgesamt 8 leichten Vertiefungen, von denen sich je 2 von den kleinen Wolkenfüßen senkrecht aufwärts durch die Schalenwand
ziehen. Die dunkelgrüne, leicht transparente Glasur weist ein dezentes Craquelé auf. In der Mitte der vier Schalenwände befindet sich je eine hervortretende, helle senkrechte Linie. An Stellen, wo sich eine dickere Glasurschicht gesammelt hat, wie in den Vertiefungen, auf den Füßen und am Rand, ist die Farbe dunkelblau herausgekommen und betont die Schalenform umso vorteilhafter. An den langen Seiten der Schale befindet sich jeweils ein hellblauer Glasurfleck, einer links, der andere rechts. So zufällig diese Flecken wirken mögen, sind
sie doch bewusst platziert worden, um einen kleinen Akzent zu setzen und einen Fokuspunkt des in die Schale gepflanzten Bonsai zu betonen, was beim Eintopfen zu beachten ist.
Auf der Unterseite der Schale sind Siegel und Signatur der Künstlerin zu finden und darüber hinaus in diesem Fall weitere Schriftzeichen, die einen Preis des Premierministers erwähnen (der üblicherweise die höchste Auszeichnung bei großen japanischen Bonsai-Ausstellungen ist).
Dieser Schalentyp ist besonders gut für einen dickstämmigen blühenden und fruchtenden Laubbaum-Shohin geeignet, wie zum Beispiel eine Quitte, einen Feuerdorn oder einen Apfelbaum, aber auch eine blühende Azalee wird darin sehr gut zur Geltung kommen. (HvG)


Siegel